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07. Februar 2015

"pacifico" - crew in Bremen.

  

"wenn die ozeane sterben, dann sterben auch wir"

gestern fand in der bremer uni der 5. "vegan bake sale" im rahmen der Sea Shepherd Deutschland - veranstaltung "meet the crew" statt.

es gab spannende und emotionale kampagnen-berichte aus 1. hand; filme wurden gezeigt, vorträge gehalten und viele, viele fragen beantwortet!

es war ein buntes zusammentreffen von mitgliedern, leitenden persönlichkeiten, förderern, fans und interessierten. bekannte gesichter wie captain alex cornelissen, anne menden (GZSZ), und sascha pederiva (verbotene liebe) gehörten auch dazu!

highlight des events war wohl die live-schaltung zu captain paul watson, der - so wie auch jeder andere den man danach fragte - sympathisch (wie "öko-terroristen" halt so sind!) und geduldig auskunft über seine geschichte und seine erfahrungen gab!

meiner meinung nach war jedoch die erkenntnis meiner beobachtungen dieses ereignisreichen, eindrucksvollen tages, dass jeder einzelne der sea shepherds mit vollem herz & voller seele und voller authentizität & stolz, dabei ist und rüberbringt, wofür sea shepherd steht, was für mich somit jeden einzelnen zum highlight der bewegung macht!

das team vom vegan charity bake sale konnte, dank der ganzen kuchen-spender und kuchen-verzehrer, die tolle summe von rund 1000 € einnehmen, welche am ende der veranstaltung voller freude über diesen erfolg übergeben werden konnte!

wir sind sehr glücklich, dabei gewesen zu sein!
danke an alle die mitgewirkt haben!

Photos und Text: Sweet vegan HC

 

07. Februar 2015

"pacifico" - crew in Bremen.

Explorer Magazin - weitere Berichte "pacifico":

www.explorermagazin.de/dland/bremshep15.htm

www.explorermagazin.de/boote/emswerft15.htm

www.explorermagazin.de/diverse/goodall15

www.explorermagazin.de/boote/pacifi15.htm

www.explorermagazin.de/dland/baltrum14.htm

www.explorermagazin.de/dland/weener15.htm

Explorer Magazin

Besuchsberichte

Sea Shepherd 2015

Schutzschild zwischen Walen, Delfinen und kriminellen Schlächtern - "Meet The Crew" in Bremen

Schon länger hatten wir geplant, uns näher mit Sea Shepherd zu beschäftigen, der Anfang der 80er Jahre vom Kapitän Paul Watson in den USA gegründeten Gesellschaft, die sich den Schutz der Meeresbewohner auf die Fahne geschrieben hat.

Für den 07.02.2015 war in Bremen eine Veranstaltung angekündigt unter dem Titel "Meet The Crew": Sea Shepherd "hautnah" war versprochen samt Kampagnen-Berichten aus erster Hand. Also hieß es sich in den Flieger zu schwingen Richtung Bremen - immerhin konnte man an dem Wochenende dort auch wieder mal "viel erledigen" bei dieser Gelegenheit! 

Mit der Tramlinie 6 erreichen wir am Bremer "Karnevalstag" problemlos die Uni aus Richtung Innenstadt: Im großen Hörsaal HS 2010, auch "Keksdose" genannt, soll die Veranstaltung ab 12:00 Uhr stattfinden, für die wir gestern angereist sind.

Bereits eine Stunde vorher ist Einlass: Als wir kurz nach 11:00 Uhr am Eingang eintreffen, sind bereits Hunderte von Besuchern vor und im Hörsaal versammelt - viele davon in die martialischen T-Shirts und Hoodies mit dem großen Totenkopf gekleidet, der als "Markenzeichen" von Sea Shepherd bekannt ist: Das Logo "Jolly Roger" mit gekreuztem Hirtenstab und Neptuns Dreizack sollen das Verteidigen, Schützen und Erhalten der Meereslebewesen symbolisieren und die Entschlossenheit, für ihre Unversehrtheit zu kämpfen. Der Totenkopf repräsentiert dabei den Tod, den die Menschheit den Ozeanen bringt und Yin und Yang als Wal und Delfin stehen schließlich für das Ziel, das Ökosystem des Meeres wieder ins Gleichgewicht zu bringen - eine wohl gigantische Aufgabe und vielleicht auch ein Kampf gegen Windmühlenflügel ..?

Das umfangreiche Programm am heutigen Samstag soll laut Plan bis 18:00 Uhr dauern, angekündigt sind Vorträge über aktuelle Kampagnen in Japan und auf den Färöer Inseln, außerdem ein Bericht über die "Operation Sturmmöwe 2014" in Bremen und auch Infos zu den "Artists for Sea Shepherd", die Unterstützerszene im Künstlerbereich. Gegen 16:00 Uhr erwarten wir dann eine Live-Schaltung zu Kapitän Watson über Skype, sowie anschließend noch weitere Vorträge zu Operationen auf den Galapagos und in der Antarktis - ein in der Tat gut gefülltes Programm für den heutigen Tag, wobei wir im Folgenden nur einige Kampagnen erwähnen ...

Auch Hunde sind wohl Sea Shepherd-Fans ...

Schon vor der Veranstaltung viel los am Stand ...

Die "Keksdose" füllt sich schnell, zuletzt scheint der große Hörsaal brechend voll und bis auf den letzten Platz gefüllt zu sein. Auch die Veranstalter erscheinen gleichzeitig erstaunt und begeistert, wie groß die Resonanz auf die heutige Veranstaltung ist - darauf lassen zumindest die erfreut-überraschten Äußerungen der Sprecher schließen, die die Gäste begrüßen ...

Gut gefüllter Hörsaal: In der `Keksdose`zu Bremen ...

Vorstellung des Programms ...

Die Veranstaltung ist eröffnet ...

Prominenter Gast: Offizieller Sea Shepherd Chef Captain Alex Cornelissen (rechts)

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Auftakt wird seitens der Veranstalter auch Captain Alex Cornelissen (Sea Shepherd Global Director) begrüßt, der von den Zuschauern frenetisch empfangen wird. Danach kommt das Programm schnell zur Sache: Nach einer allgemeinen Vorstellung der Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) als internationaler, gemeinnütziger Meeresschutzorganisation kommen wie angekündigt als erstes die aktuellen Kampagnen gegen japanische Wal- und färingische Delfinschlächter zur Sprache. Ein Thema, bei dem die Veranstalter an manchen Stellen den Eltern mit Kindern im Saal raten, aufgrund der dabei gezeigten Bilder ihre Kinder vorübergehend aus dem Raum zu bringen.

Dass dies nicht übertrieben ist, nun, davon kann man sich in der Tat selbst überzeugen: Was jetzt folgt, ist eine durchaus blutige Angelegenheit und zeigt wieder einmal schonungslos, welche Sorten von Verbrechern auf dieser Welt ungestraft agieren können - unter dem Schutz auch so genannter demokratischer Rechtsstaaten. Im Gegensatz zu den "großen" Walen gibt es für die "Kleinwale" (z.B. Delfine, Grindwale, Belugas und Schwertwale) keine internationale Vereinigung, die die Jagd auf sie reguliert und eventuell doch bestehende Regeln werden hier ganz einfach ignoriert ... 

Im Folgenden erhalten wir einen Eindruck von den vielfältigen Aktionen und Operationen der Sea Shepherds, die uns nur staunen lassen ...

Operation Relentless 2013/2014

Schon seit rund 10 Jahren kämpft Sea Shepherd gegen die ungehemmte Wilderei der japanischen Walfangflotte in Gewässern der Antarktis-Vertragszone.

Kampf gegen die Wilderer!

Das Ziel, die illegalen Aktivitäten durch weltweit beachtete Aktionen aus dem Walschutzgebiet zu vertreiben, wurde dabei immer konsequent verfolgt, wobei die Wilderer mehrfach beim Zerlegen von geschützten Zwergwalen beobachtet wurden.

Anfang letzten Jahres schließlich trug die ständige Verfolgung der Walfänger, insbesondere des "Schlachtschiffes" Nisshin Maru und der begleitenden Harpunenschiffe durch die Sea Shepherd Flotte Früchte: Sie bescherten den Japanern eine aus deren Sicht katastrophale Saison durch ständiges Stören ihrer Aktivitäten.

Dabei gingen die Besatzungen von Schiffen wie der Steve Irwin und der Bob Barker auch erhebliche Risiken ein, da die Japaner verschiedenste Versuche unternahmen, ihre Verfolger manövrierunfähig zu machen oder gar zu versenken, was ihnen allerdings nicht gelang.

Aber eines gilt sicherlich: Sea Shepherd selbst gibt an, während der vorherigen neun Kampagnen mit direkten Aktionen mehr als 4.500 Walen das Leben gerettet zu haben - eine großartige Erfolgsgeschichte, auf die sie aufbauen wollen. Denn die Verbrecher werden sicherlich erneut auftauchen ...

Wer sich einen Eindruck verschaffen will vom Leben an Bord während eines Antarktiseinsatzes von Sea Shepherd, dem sei die packende Staffel 2 von "Whale Wars - Krieg den Walfängern!" von uns sehr empfohlen (siehe oben rechts). Die drei DVDs dieser Staffel bringen insgesamt 11 spannende Episoden aus dem gefährlichen Einsatz.

Das Schiff unter Kommando von Captain Paul Watson, das wir in dieser Staffel begleiten können, ist die STEVE IRWIN - mittlerweile auch ein aktueller Neuzugang in unserem Modellkeller - siehe unten!

Operation Infinite Patience / Cove Guardians

Das Cove Guardian Programm wurde gegründet, um in Japan "vor Ort" im Bereich des Dorfes Taiji rund um die Uhr zu beobachten, zu bezeugen und zu dokumentieren, wie Delfine abgeschlachtet oder auch für eine Weiterverwendung aussortiert und behandelt werden, was insgesamt von der Organisation als Verbrechen gegen die Natur eingestuft wird ...

 

Die Schlächter von Taiji bei der Arbeit ...

Dreckiges, blutiges Geschäft ...

Sehr beeindruckend für uns, dass hier Privatleute auf eigene Kosten und in ihrem Urlaub nach Japan aufbrechen, um -  geleitet durch Mitgefühl - hier für Änderungen kämpfen, was unter Berücksichtigung der dortigen Realität und Mentalität tatsächlich fast "übermenschliche" Anstrengungen verlangt ...

 

Taiji stellt an die Beteiligten einzigartige Herausforderungen, zum einen aufgrund der Tatsache, dass der Ort auf japanischem Staatsgebiet liegt, zum anderen aufgrund der inzwischen starken Polizeipräsenz, die alle derartigen Aktivitäten verhindern soll und die versuchte Verschleierung des Geschehens dort unterstützt. Die Anforderungen, japanische Gesetze zu berücksichtigen und gewaltfreie sowie legale Aktion durchzuführen, führte letztlich zum Cove Guardian-Programm und der Operation "Infinite Patience", die solange Geduld verlangt, bis sich die Verhältnisse ändern - was sehr lange dauern kann ...

Oskarprämierter Dokumentarfilm ...

Sea Shepherd war an der Entstehung des oscarprämierten Dokumentarfilms "Die Bucht" beteiligt, der sehr viel bewegt hat, um die Abschlachtung von Delfinen ans Licht der Weltöffentlichkeit zu bringen. Die Aktivitäten der Organisation tragen heute viel dazu bei, dass sich die Anzahl der jährlich getöteten Delfine reduziert hat, seit dem das Cove Guardian-Programm gestartet wurde. Das einerseits wegen der Maßnahmen und Vorkehrungen, die für die Fischer und Schlächter notwendig geworden sind, um sich von den Kameras fernzuhalten. Andererseits wegen der erhöhten Kosten aufgrund des erforderlichen Polizeischutzes.

Mit den Cove Guardians wird auch weiterhin jede Bewegung dokumentiert, sie stellen sicher, dass die Bucht niemals aus dem Blickfeld der Weltöffentlichkeit rückt. Wenn man die Berichte zu ihren Beobachtungen und Tätigkeiten auf der Webseite der Organisation liest, bekommt man einen tiefen Eindruck vom abscheulichen Geschehen vor Ort in Taiji ...

Operation Grindstop 2014: Färöer Inseln - das Taiji Europas ...

Auch bei unserem Island-Trip im Jahr 2003 hatten wir wieder Station auf den Färöern gemacht und in einem Nachtrag dazu aus dem Jahr 2005 hatte uns ein Leser entsprechende Bilder geschickt: Vom widerlichen Abschlachten der Grindwale in einer Bucht nahe der Brücke von Streymoy nach Eysturoy.

Trotz weltweiter Proteste werden auf diesen Inseln weiterhin Hunderte dieser Kleinwale völlig sinnlos grausam abgeschlachtet. Manchmal schieben Bewohner als Begründung für das Beibehalten des Walschlachtens eine alte, aus der Wikingerzeiten stammende Tradition vor. Bei diesem unnötigen und sinnlosen Gemetzel werden mit Motorbooten Wal- und Delfingruppen in seichte Buchten getrieben. Sind die Wale schließlich im flachen Wasser gestrandet, rammen die Schlächter den hilflosen Tieren schwere Metallhaken in den Körper - die Färöer können mit Fug und Recht als das "Taiji Europas" bezeichnet werden, wie es Sea Shepherd macht ... 

Widerliche Schlachtszenen auf den Faröern ...

Killen als Tradition ..?

Hunderte von Freiwilligen kommen auf eigene Kosten mittlerweile auf die Inseln, um an Land, auf See und auch in der Luft zu patrouillieren. Dänemark vereitelte in der Zwischenzeit einen Versuch der Färinger, autoritäre Maßnahmen umzusetzen und für Sea Shepherd-Freiwillige ein Einreiseverbot auf die Färöer zu verhängen. Wenn man allerdings Mitgliedern der EU die Einreise verbieten würde, könnte das im Gegenzug bedeuten, dass Färingern die Einreise nach Europa verboten würde. Dänemark hatte vor diesem Hintergrund offenbar kein Interesse, einen Weg in Richtung Zensur und Diskriminierung einzuschlagen.

Das Töten von Walen stellt allerdings eine Verletzung von europäischem Recht dar. Dänemark ist Mitgliedsstaat in der EU und subventioniert die Färöer, die ihre Unabhängigkeit betonen. Aus diesem Grunde bestehen sie darauf, dass für sie das europäische Recht nicht gilt, trotz der Tatsache, dass sich die dänische Polizei einmischt, um das Walschlachten auf den Färöern zu unterstützen. Die Aktionen von Sea Shepherd brachten mittlerweile Früchte und trugen zumindest dazu bei, dass zuletzt eine deutliche geringere Zahl von Tieren an den Stränden der Färöer massakriert wurden.

Jedem Norröna-Passagier, der auf seinem Weg nach Island heutzutage noch auf den Färöer-Inseln aussteigt oder aussteigen muss, sollte stets bewusst sein, was in dieser Schein-Idylle tatsächlich vorgeht ... 

Operation Sturmmöwe 2014, Artists for Sea Shepherd

Neben der Vorstellung von Künstlern, die sich für Sea Shepherd einsetzen, darunter auch internationale Stars, wird am frühen Nachmittag als Beispiel eines lokalen "Landprojekts" die "Operation Sturmmöwe" vorgestellt: In einem Bremer Baugebiet, in dem in der Vergangenheit Sturmmöwen ihre Brutplätze hatten, wurden in einer Nacht- und Nebelaktion im Vorjahr sämtliche Eier von "Unbekannten" gestohlen, die offenbar einen weiteren Aufenthalt der geschützten Tieren in diesem Bereich verhindern wollten.

Freiwillige von Sea Shepherd unternahmen in der Folgesaison dann umfangreiche Wach- und Schutzmaßnahmen bis hin zu einem 24-Stunden Schichtdienst während der Brutzeit der Vögel. Ein Erfolg der Aktion war daraufhin zu vermelden: Sämtliche Eier der Tiere konnten geschützt werden und die Brutstätten bestehen auch bis auf weiteres an der bisherigen Stelle fort - wohl sehr zum Unwillen örtlicher Bauträger, die hier ihre profitablen Projekte behindert sehen und sicherlich nicht aufgeben werden ...

Zuschaltung von Captain Paul Watson

Einer der Höhepunkte des Nachmittags ist die Zuschaltung von Kapitän Paul Watson über Skype in die Veranstaltung: Angenehm überrascht zeigt sich der Gründer von Sea Shepherd vom Füllungsgrad des Hörsaals, der ihm natürlich per Videokamera gezeigt wird - unterstrichen vom lauten Jubel der vielen Hundert Teilnehmer. Bestätigt sieht er sich in seiner Meinung, dass allen gegenteiligen Stimmungsmachen gegen seine Organisation zum Trotz die Unterstützung nicht nachlässt, sondern derzeit vielmehr an Stärke gewinnt und zu einer echten Bewegung geworden ist - recht hat er, vom folgenden Tag an werden auch wir auf der Unterstützer- und Spenderliste der Organisation zu finden sein! 

Der Kanadier Watson gehörte angabegemäß einst auch (mit Mitgliedsnummer 7) zu den Gründern von Greenpeace, die er jedoch verließ, weil ihm die Aktionen zu moderat, bürokratisch und insgesamt zu harmlos erschienen. Seitdem "echte" Schurkenstaaten erfolgreich dazu übergegangen sind, auch politisch Verfolgte auf die Interpol-Liste gesuchter Personen zu setzen, steht Watson tatsächlich heute ebenfalls auf dieser Liste und wird häufig als "Öko-Terrorist" verunglimpft.

In seiner Zuschaltung nach Deutschland macht er kurz deutlich, wie wenig er von der letzten deutschen Bundesregierung hält: Die unglaubliche Story seiner Inhaftierung in diesem Land gibt allen Anlass dazu, dem zuzustimmen. Im Jahr 2012 wurde der Umweltschützer in Deutschland verhaftet - wegen eines Haftbefehls aus Costa Rica aufgrund eines Vorgangs, der ein Jahrzehnt zurücklag. Behauptet wurde die Gefährdung eines Schiffes, das Watson und seine Besatzung bei einer brutalen Jagd auf Haie behindert hatte.

Nach unbehelligter Reise durch mehrere europäische Länder wird Watson später ausgerechnet in Deutschland (!) verhaftet, das nicht einmal ein Auslieferungsabkommen mit Costa Rica hat und wo man außerdem damit rechnen musste, dass er weiter nach Japan gebracht werden könnte, wo er ebenfalls per Haftbefehl gesucht wird und von wo aus er niemals mehr freigekommen wäre. Dieses Vorgehen lastet er dem seinerzeit von der FDP geführten Justizministerium heute noch an. Dass diese Partei in Deutschland mittlerweile abgewählt wurde (Anm. der Red.: Mitsamt der damals zuständigen Justizministerin, die am Faschingsdienstag 2015 in München bei einer Alkoholfahrt erwischt wurde), erwähnt Paul Watson bei seiner Einschätzung der damaligen Vorgänge mit Wohlwollen - durchaus verständlich, wie wir meinen!

Damaligen Auflagen entsprechend durfte er Deutschland nicht verlassen, flüchtete aber nach 70 Tagen aus dem Land, in dem sich die Justiz mit einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung an der Hatz auf den Umweltschützer beteiligte. Zu diesem weiteren üblen Kapitel deutscher Justizgeschichte passt natürlich, dass damit auch noch eine Kaution in Höhe von 250.000 Euro "verdient" wurde, die die Staatskasse anschließend einbehielt ... 

Paul Watsons wechselvolle Geschichte und sein Bericht über laufende Aktionen belegen erneut unmissverständlich die Tatsache, dass heutzutage jeder, der sich erfolgreich gegen die Profitinteressen mächtiger Gruppen wehrt, es in kürzester Zeit mit organisierten Verbrechern und korrupten Regierungen zu tun bekommt - selbst wenn diese im Mantel so genannter (demokratischer) Rechtsstaaten auftreten ...

Sicherlich kann man außer dem Missbrauch von Interpol für politische Zwecke auch fragwürdige Justizentscheidungen dazu zählen - von Verhaftungen in Deutschland bis hin zu Entscheidungen wie die in den USA, dass sich Mitglieder von Sea Shepherd USA japanischen Wildererschiffen nicht näher als 450 m nähern dürfen.

Captain Watson hat aber auch sehr viel Positives zu berichten: Außer von Erfolgen seiner Organisation z.B. von einer Millionenspende der niederländischen Postleitzahlen-Lotterie im Januar 2015. Sea Shepherd wird die Spende dafür verwenden, ein neues Schiff zu bauen, das es der Organisation ermöglicht, effektiver als vorher gegen das illegale Fischen auf hoher See vorzugehen. Mittlerweile liegt bereits ein Entwurf des künftigen neuen Schiffes vor.

Am Ende des Vortrags von Kapitän Watson gibt es Gelegenheit für die Zuschauer, ihrerseits Fragen zu stellen. Auch hier zeigt sich das erhebliche Interesse und Engagement der Teilnehmer an der heutigen Veranstaltung - allein zwei Fragesteller wollen klären, wie sie schnellstmöglich als Freiwillige an Bord der Sea Shepherd Schiffe kommen können. Und auch dazu hat Watson eine Antwort, die zwar nicht die beiden Fragesteller unbedingt zufriedenstellt, aber um so mehr die Anhänger und Förderer der Organisation: Während es früher schwierig war, geeignete Leute für die "Crew" zu bekommen, hat sich dies mittlerweile geändert. Die Nachfrage nach Plätzen für Freiwillige, insbesondere auch an Bord der Schiffe, hat sich mittlerweile derart erhöht, dass es heutzutage gar nicht mehr so einfach ist, an Bord zu kommen: Nur wer entsprechende Qualifikationen und Fähigkeiten mitbringt, kann hier in die engere Auswahl kommen - und durch die muss jeder Interessent erst einmal kommen ..!

Ausklang

Nachdem Paul Watson mit donnerndem Applaus verabschiedet ist und die Skype-Schaltung beendet wird, scheint noch lange nicht Schluss der Veranstaltung zu sein.

Viele weitere Infos folgen bis in den späten Nachmittag hinein, Captain Cornelissen berichtet noch über Aktivitäten rund um die Galapagos Inseln, auch Videos und weitere Informationen über die Aktionen von Sea Shepherd in der Antarktis (Operation "Icefish") folgen.

Das offizielle Ende der Veranstaltung bringt viele weitere Fragen der Teilnehmer, und als wir gegen 18:00 Uhr mit den Ersten den Hörsaal verlassen müssen, geht es noch munter weiter in der "Keksdose" ...

Wir sind auf jeden Fall sicher, dass sich die Reise nach Bremen allein wegen dieses Treffens mit der Tierschutzorganisation gelohnt hat, für uns war "Meet The Crew" ein voller Erfolg. Und auch Sea Shepherd hat nach unserem Besuch neue Spender gewonnen - und natürlich

eine Erweiterung der Mannschaft, die allerdings bereits in Kürze wohl eher die STEVE IRWIN im heimischen Modellkellerbevölkern wird ...  

photos: www.explorermagazin.de

Text: J. de Haas

07. August 2015

"pacifico" - crew in Weener.

Ostfriesen-Zeitung "Wie ein kleines Dorf auf dem Wasser"

LEBENSSTIL Fünf Traditionsschiffseigner haben ihren ersten Wohnsitz im alten Hafen von Weener

Neben der idyllischen Lage schätzen die Bewohner der Schiffe besonders das Gemeinschaftsgefühl.

VON TATJANA GETTKOWSKI

WEENER - "Am Hafen 59, Njord, 26826 Weener" das ist die Postadresse von Christa und Klaus Manderscheid. Seit 3 Jahren lebt das Ehepaar auf dem Motorsegler "Njord" mitten in der historischen Altstadt von Weener und trotzdem auf dem Wasser. Die beiden gehören zu den mittlerweile fünf Traditionsschiffseignern, die ihren ersten Wohnsitz auf den Schiffen im alten Hafen haben.

Nach den Worten von Stadtsprecherin Kerstin Beier hat der Aufsichtsrat der Hafen und Tourismus GmbH (HuT) beschlossen, den Bootseignern diese Möglichkeit nach dem Melderecht zu eröffnen. Er kam damit einer Bitte verschiedener Eigner nach, die dauerhaft auf ihrem Schiff leben. "Die HuT sah darin einen weiteren touristischen Pluspunkt für den Hafen Weener", so Kerstin Beier. Ziel ist es, weitere Traditionsschiffe zur Belebung des Hafens nach Weener zu ziehen.

Jürgen Sattler hat an der Seefahrtschule in Leer sein großes Patent gemacht. Heute arbeitet er bei der Küstenwache in Emden. 2012 ist er mit seiner Frau Simone auf den Zweimaster "pacifico" gezogen. "So können wir Geld für unsere Weltreise sparen, die wir machen wollen, wenn die Arbeiten an unserem Schiff abgeschlossen sind", erzählt Simone Sattler. Mehr noch als das idyllische Bild der alten Häuser schätzt sie die Gemeinschaft. "Das ist wie ein kleines Dorf auf dem Wasser", beschreibt sie das Lebensgefühl. Praktisch sei auch der Waschsalon direkt am Hafen, der auch von den Wohnmobilurlaubern gerne angenommen werde. Nett sei außerdem der Kontakt zu den Wohnmobilfahrern.

Klaus und Christa Manderscheid wohnten in Leverkusen schon seit vielen Jahren auf dem Schiff. "Unsere Postadresse hatten wir immer bei meiner Mutter", erzählt Christa Manderscheid. Als ihre Mutter ins Altenheim kam, musste eine Alternative gefunden werden. "Von Bekannten erfuhren wir von der Möglichkeit, dass man in Weener den ersten Wohnsitz auf dem Schiff anmelden kann", erzählt sie. Den Umzug hat das Ehepaar nicht bereut. "Hier fehlt es zwar ein bisschen an Gastronomie, aber Weener und die Landschaft hier sind schön", findet Klaus Manderscheid. "Das völlig neue Fahrtgebiet hier ist toll. Innerhalb einer Tide sind wir auf einer der ostfriesischen Inseln", schwärmt seine Frau.

Allerdings kann man nicht auf jedem Schiff seinen ersten Wohnsitz anmelden. "Nach den melderechtlichen Bestimmungen sind Wohnschiffe nur dann als Wohnschiffe anzusehen, wenn nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden", nennt Kerstin Beier ein wichtiges Kriterium. Voraussetzung für die Anmeldemöglichkeit ist eine vorherige Überprüfung des Schiffes. Dafür wurde eigens eine Kommission gebildet. Außerdem müssen die Schiffsinhaber nachweisen, dass sie eine Versicherung haben, die im Fall einer Havarie oder des Untergangs des Schiffes im Hafen für die Bergungskosten aufkommt.

Bei größeren Schiffen aus dem Binnenbereich ist zusätzlich ein gültiges Attest der Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission vorzulegen. Bei Erfüllung dieser Voraussetzungen wird ein jährlich zu verlängernder Liegevertrag mit der Hafen und Tourismus GmbH abgeschlossen. Dieser ist für die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt notwendig.

 Photo: SY pacifico

 Text: Tatjana Gettkowski

14. August 2015

"pacifico" - crew in Bremen.

Weser Kurier: Jagd auf den Färöern

Gegen das Töten von Grindwalen

15.08.2015 2 Kommentare

 

 

Etwa 120 Bremer protestierten gegen die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln. (Christina Kuhaupt)

 

Schwarz gekleidet waren sie, die Demonstranten. Und sie machten deutlich, was sie vom Töten der Grindwale auf den Färöer-Inseln halten: „Eklig, grausam“ stand als Kommentar auf einigen von circa 250 Postkarten mit Unterschriften, die später im Briefkasten des dänischen Honorarkonsulats an der Schlachte landeten. „Der Einsatz der dänischen Marine beim Abschlachten der Meeressäuger“ zeige, dass Dänemark hinter dem Massaker stehe, heißt es in einem Flugblatt, das an Passanten verteilt wurde. Zum Protesttag „Black Friday“ hatte die Umweltschutzorganisation „Sea Shepherd“ aufgerufen. „Diesem Aufruf sind wir gefolgt“, sagte Christine Gärtner von der Bremer Aktionsgruppe „Animals united“. Dieses Jahr seien schon an die 500 Wale auf den Färöern getötet worden. (wk)

 

29. Oktober 2015

"pacifico" - crew in Weener.

Ostfriesen-Zeitung: Tierschützer sind auf dem Wasser zuhause.

SERIE Simone und Jürgen Sattler wohnen seit vier Jahren auf einer Segelyacht im Hafen von Weener

„Zugezogen“ heißt eine Serie der Ostfriesen-Zeitung.

Darin werden Menschen vorgestellt, die im Rheiderland
eine neue Heimat gefunden haben.
Sie berichten, was sie hierher verschlagen hat und was ihnen besonders
gefällt.

Neben der idyllischen Lage schätzen die Bewohner der Schiffe besonders das Gemeinschaftsgefühl.

VON Dennis Schrimper

 

 

 

 

 

WEENER - So manches Kopfschütteln hat Simone Sattler in ihrer Heimat geerntet, als ihr Entschluss feststand, von Marburg nach Ostfriesland zu ziehen. Doch das war ihr egal, sie wollte ans Wasser,
oder zumindest erstmal in dessen Nähe. 2005 brach sie mit ihrem Mann Jürgen, einem gebürtigen Mainzer nach Leer auf. Seit 2011 ist das Zuhause der beiden jedoch die „pacifico“, eine Segelyacht,
mit der das Paar im Alten Hafen von Weener vor Anker gegangen ist.
„Der Hafen hier ist schön“, sagt Simone Sattler. Selbst der dichte Nebel an diesem Herbsttag kann ihre Meinung nicht trüben. Und das liegt vor allem an ihren netten Schiffsnachbarn. „Das ist hier einfach eine tolle Gemeinschaft“, findet die 50-Jährige.

Ihre „pacifico“ ist im Weeneraner Hafen recht gut auszumachen. Den dunkelblauen Zweimaster zieren diverse Transparente, die den Tierschutz zum Thema haben – neben dem Wasser die zweite große Leidenschaft der Sattlers. Deshalb muss spätestens an dieser Stelle das dritte Besatzungsmitglied der „pacifico“ genannt werden: Mischlingshündin Loona. Das Ehepaar, das sich übers Internet kennengelernt hat, hat sich in Weener gut eingelebt und weiß die kulinarischen Besonderheiten Ostfrieslands zu schätzen.

Nur das Plattdeutsche, ja das ist Simone Sattlers „wunder Punkt“. Ehemann Jürgen, seit 30 Jahren „hier oben“, kann ihr aber bei Verständnisproblemen zur Seite stehen. Mit Hündin Loona wollen die beiden in ein paar Jahren in die große weite Welt aufbrechen. „Ohne Rückfahrkarte“, wie Simone Sattler klarstellt, „wo es schön ist, da bleibt man halt länger.“ „Den Heimathafen Weener wollen wir aber behalten“, ergänzt ihr Mann schnell. Bevor die bei ADM in Leer angestellte Industriekauffrau, und der Mitarbeiter der Küstenwache in Emden die Segel setzen, wollen sie noch ein bisschen Geld verdienen, im Tierschutz arbeiten – und in Weener bleiben. „Hier kann man noch Natur erleben, besonders wenn man Richtung Dollart fährt. Und es ist die Offenheit der Weeneraner für Flüchtlinge, die mir sehr gut gefällt“, sagt Simone Sattler. Der spanische Name, den die beiden ihrer knapp 40 Jahre alten Segelyacht gegeben haben, bedeutet übrigens „friedfertig“.

Auch in puncto Tierschutz stoßen sie bei den Weeneranern auf offene Ohren. Das Ehepaar engagiert sich unter anderem für „Sea Shepherd“, eine internationale Meeresschutzorganisation. „Für das, was in der Natur kaputtgemacht wird, gibt es irgendwann die Rechnung“, ist Jürgen Sattler überzeugt. „Viele denken, dass das weit weg ist, aber die Erde ist global“, so der 58-Jährige. Man brauche aber gar nicht weit zu gucken, ergänzt Ehefrau Simone. „Was wir letztes Jahr auf Baltrum an Plastikkanistern und Fischernetzen aus dem Strand gezogen haben, war unglaublich.“ Die zwei sind sich sicher: Nur durch Aufklärungsarbeit könne der Mensch zum Umdenken gebracht werden. Und das nicht nur in Weener.

 Photo: Dennis Schrimper

 Text: Dennis Schrimper

Mittwoch, 11. November 2015

"pacifico" - crew in Weener. Sea Shepherd Supporterin Simone im Einsatz für die Flüchtlingshilfe.

Rheiderland-Zeitung: Spendenflut: Kaufhaus braucht "Atempause".

 Photos: Hanken

5. Dezember 2015

"pacifico" - crew in Weener. Bericht beim Tierschutzverein Bunte Kuh e.V.

AKTUELLES, ALLGEMEIN, MITGLIEDERAKTIONEN, TICKER, TIERSCHUTZ, TIERSCHUTZVEREIN BUNTE KUH E.V.

BUNTE KUH E.V. BEIM ADVENTSMARKT IN WEENER

 KENSHIN

Am 5. und 6. Dezember 2015 gestalteten wir vom Bunte Kuh e.V. unser Schiff in ein Tierschutzschiff um. Mit Kutter und Kollegen nahmen wir am Adventsmarkt in Weener teil.

Infomaterial im Tierschutzschiff vom Bunte Kuh e.V.

Bunte Kuh e.V. per Schiff im Advent

Als Besonderheit nehmen an diesem Markt jedes Jahr einige Schiffe teil. Die Stände werden überwiegend von Vereinen und privaten Initiativen betrieben, so gibt es nicht nur die bekannten Ess- und Getränkestände.

 

 

 

 

 

An Bord unseres Tierschutzschiffes informierten wir alle interessierten Menschen über die Arbeit gleich mehrerer Initiativen: Bei uns erfuhren sie Wissenswertes über die Arbeit vom Bunte Kuh e.V., Sea Shepherd und dem Jane Goodall Institut Deutschland.

Das Tierschutzschiff vom Bunte Kuh e.V.

Das Tierschutzschiff vom Bunte Kuh e.V.
Der Adventsmarkt in Weener.
Der Adventsmarkt in Weener.

Am Samstag wurden wir von Ulla und Marco Modoni aus Ahlen und Zbigniew Giesek – er liegt mit seinem Schiff neben unserem – unterstützt. Zur Eröffnung am Samstag besuchte der Bürgermeister jedes Schiff und jeden Stand und entzündete dort eine Kerze.

Sonntag verstärkte unser Team die erste Vorsitzende des Bunte Kuh e.V., Renate Ankelmann. Schon bei der Eröffnung des Adventsmarkt-Sonntags um 14.00 Uhr kamen die ersten Gäste und bis zum Ende um 19.00 Uhr hatten wir nonstop Interessierte am und im Schiff, die sich über unsere Arbeit und die unserer Partner und Freunde von Sea Shepherd und dem Jane Godall Institut informierten.

Die Crew des Tierschutz-Schiffs vom Bunte Kuh e.V.
Die Crew des Tierschutz-Schiffs vom Bunte Kuh e.V.
Sonnenuntergang in Weener.
Sonnenuntergang in Weener.

Wir verteilten Infoflyer, beispielsweise unser Infomaterial über das Katzenelend, verkauften Tee für den guten Zweck und führten viele interessante Gespräche.

Insgesamt war das Tierschutzschiff-Wochenende auf dem Adventsmarkt in Weener eine gelungene Veranstaltung. Es ist geplant, diese 2016 noch durch die Anmietung einer Hütte zum Verkauf von Weihnachtsartikeln und durch unser Glücksrad zu erweitern.

 

Die Crew des Tierschutz-Schiffs vom Bunte Kuh e.V.
Die Crew des Tierschutz-Schiffs vom Bunte Kuh e.V.

 

 

 Photos: SY pacifico